Hartz
Genau genommen bekam Peter Hartz lebenslänglich. Vielleicht nicht unbedingt vor Gericht. Dort konnte er mit zwei Jahren Bewährung und einer Geldstrafe seinen Kopf recht gut aus der Schlinge ziehen. Wahrscheinlich hatten die Richter ein Einsehen: Wer seinen Namen für eine ungeliebte Arbeitsmarktreform hergeben musste, ist gestraft genug. Nachdem nun der Herr Hartz verurteilt und fürderhin kein feiner Herr mehr ist, meldeten sich die Herren Struck (SPD-Bundestagsfraktionschef) und Wulff (niedersächsischer Ministerpräsident) mit der Forderung zu Wort, der Name Hartz dürfe nicht länger verwendet werden, um Hilfsbedürftigen ein Almosen zukommen zu lassen. Hartz IV ist also keinem mehr zuzumuten zumindest, was den Namen betrifft. Wie aber soll die Reform künftig heißen? Wirtschafts-Bosse sollten aus gegebenem Anlass jedenfalls vorsorglich ausscheiden. Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte: Mein Onkel Hermann ist ziemlich eitel und er würde sich mächtig freuen, wenn die Leute künftig von Hermann IV leben könnten. Vielleicht wäre es aber auch gut, als Motivationsschub einen berühmten Sportler ins Namens-Rennen zu schicken. Wobei hier genau genommen nur Beckenbauer IV in Frage kommt. Schick wäre allerdings auch ein Doppelname. So was wie Scholl-Latour. Oder noch besser: Leutheusser-Schnarrenberger. Ich bekomme Leutheusser-Schnarrenberger! so ein Satz wäre unbezahlbar
TS Sunny