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"Brokdorf akut" soll sich öffentlich als Anti-AKW-Initiative bekennen. WZ vom 09.02.2012

"Brokdorf akut" soll sich öffentlich als Anti-AKW-Initiative bekennen. WZ vom 09.02.2012

Kritik aus dem Kraftwerk: „Brokdorf akut“ soll sich öffentlich als Anti-AKW-Initiative bekennen
Brokdorf /rg

Erstaunt reagiert Eon-Kernkraft in einer
Pressemitteilung auf die Aussagen, die Eilhard Stelzner und Karsten
Hinrichsen, die Sprechern der Initiative „Brokdorf akut“, im Artikel
„Groteske Falschinformationen“ getätigt haben.


Demnach wolle die Initiative das Kraftwerk nicht für die erhöhte
Krebsrate in der Gemeinde Wewelsfleth verantwortlich machen. Das wecke
den Anschein einer ideologiefreien Initiative. „Die Betriebsleitung des
Kernkraftwerkes Brokdorf fordert in diesem Zusammenhang die Initiative
‚Brokdorf akut‘ auf, der Öffentlichkeit reinen Wein einzuschenken und
sich als Anti-AKW-Initiative
zu bekennen. Dann weiß die Gemeinde Wewelsfleth wenigstens woran sie
ist, wenn sie sich von dieser Initiative unterstützen lässt“, so
Werksleier Uwe Jorden.


Ansonsten, so Jorden weiter, müssten noch einige Fragen geklärt
werden: „Warum trägt die Initiative, wie sie sich in mehreren
Pressemeldungen selbst brüstet, den Namenzusatz ‚Atomkraftwerke
stilllegen – sofort!‘?, Warum heißt die Initiative überhaupt ‚Brokdorf
akut‘ und nicht ‚Wewelsfleth akut‘?, 3. Warum wirft man dem Betreiber
des Kernkraftwerkes ‚groteske Fehlinformation‘ vor und bezieht sich
dabei unter anderem auf einen öffentlichen Messwert, der vor fast zwei
Jahrzehnten erhoben wurden ist und lediglich aussagt, dass man an diesem
einen von knapp 9000 Betriebstagen den erlaubten Grenzwert immer noch
um die Hälfte unterschritten hat?“.


Auf der einen Seite signalisiere die Initiative Unterstützungsbedarf
in Form von umfangreichen Informationen, die vom Kraftwerk auch mehrmals
zur Verfügung gestellt worden seien. Doch „auf der anderen Seite nutzt
man diese harmlosen Daten dann, um in völlig unpassender Weise Angst bei
den Betroffenen zu schüren“.


Dennoch betont die Betriebsleitung, dass man auch weiterhin die
Initiative mit Informationen versorgen will, „so wie es Verantwortliche
des Kraftwerkes bereits auf einer der damals noch öffentlichen
Versammlungen der Initiative im September 2011 versprachen“. Jorden:
„Wir werden weiterhin Transparenz zeigen und die Mitglieder der
Initiative in unserem Informationszentrum willkommen heißen, so wie wir
es nun schon dreimal innerhalb der letzten vier Monate getan haben.“
Allerdings fordert Jorden dieselbe Transparenz auch von der Initiative.
„Öffentliche Sitzungen müssen auch öffentlich bleiben und nicht wie in
der Vergangenheit geschehen, Kraftwerksmitarbeiter von diesen Sitzungen
plötzlich ausgeschlossen werden. Transparenz und Information ist keine
Einbahnstraße“, betont Uwe Jorden.