Forum der BiGKU - Presseberichte Überregional

Bietigheim-Bissingen: "Kohlekraftwerk ist auf dem Weg", Bietigheimer Zeitung - 01.07.2008

Bietigheim-Bissingen: "Kohlekraftwerk ist auf dem Weg", Bietigheimer Zeitung - 01.07.2008

Bietigheim-Bissingen, 01.07.2008

Kohlekraftwerk ist auf dem Weg

Rainer Kübler, Geschäftsführer der Stadtwerke, rechnet im Jahre 2012 mit der Inbetriebnahme des Kohlekraftwerkes in Brunsbüttel.

Anfang Januar 2008 wurden den rund 60 Gesellschaftern, zu denen auch die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen zählen, Gutachten über die Umweltverträglichkeit vorgestellt, die in das Genehmigungsverfahren einfließen. Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) signalisierte die Unterstützung für das Projekt seitens der Landesregierung von Schleswig Holstein.
 
Am 11. März 2008 haben sich die Gesellschafter der SWS-Kraftwerks GmbH mit einer Mehrheit von rund 90 Prozent für das Kohlekraftwerk entschieden. Ende April hat die Stadt Brunsbüttel mit großer Mehrheit (drei Gegenstimmen) das Bauleitverfahren abgeschlossen.

Anfang Mai 2008 wurden bei einem Kolloquium der Gesellschafter die Fragen der Wirtschaftlichkeit des Projekts erörtert. Einhellige Meinung war, dass Brunsbüttel der beste Standort für ein Kohlekraftwerk in Deutschland sei. Zum einen wegen der geringen Kosten der Kohletransporte, in der Regel mit Panamax-Schiffen, und durch die direkte Frischwasserkühlung.
 
Als nächster Schritt steht nun das Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz an. Die Unterlagen sollen, so Kübler, in der zweiten Jahreshälfte eingereicht werden.
 
In der Region Brunsbüttel und Wilstermarsch wird unterdessen gegen das Projekt Sturm gelaufen. Die Acht-Megawatt-Beteiligung werde die Stadtwerke von Bietigheim-Bissingen mindestens zwölf Millionen Euro kosten, so die Bürgerinitiative für Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe. Bietigheim-Bissingen könne dadurch mit einer CO2-Produktion von über 50 000 Tonnen rechnen. Dies entspreche einer Abholzung von rund 20 480 Bäumen und dem CO2-Ausstoß von 12 500 Pkw.
 
In Zweifel gezogen werden von der Bürgerinitiative auch die Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Ebenso müsse die SWS sämtliche Immissionsprognosen und Verträglichkeitsuntersuchungen überarbeiten lassen. Die Gründe: Ein zweites geplantes Kraftwerk in unmittelbarer Nähe sei nicht berücksichtigt worden, die Durchflussmöglichkeit zur Kühlung für das SWS-Kohlekraftwerk dadurch unwahrscheinlich und man müsse deshalb Kühltürme bauen. Allerdings fehle auf dem Grundstück der Platz für Kühltürme sowie Anlagen für eine künftige CO2-Abscheidung oder für Kraft-Wärme-Kopplung.
 
Diese Umstände würden die Planungs- und Investitionskosten der SWS weiter erhöhen und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit reduzieren, so der Vorwurf der Bürgerinitiative Unterelbe.