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musik. Fundstücke TV/Internet/CDs/Presse

Re: musik. Fundstücke TV/Netz/CDs/Presse

ich setze es jetzt mal einfach hier rein.

ich habe mir die neue cd von zaz gekauft. sie ist eine französische sängerin und ihre stimme ist vor allem außergewöhnlich.
ihre musik ist erfrischend, quirlig und flott. ihre texte sind mitten aus dem leben, mit tiefgang. ich denke sie sieht die dinge aus einem anderen blickwinkel weil sie absolute hyperaktivität und lebensfreude ausstrahlt. auch aus sicht einer frau hat sie eine unheimliche anziehungskraft.
ihre band ist grandios. irgendwie passt alles perfekt zusammen.
die cd hat mich absolut überzeugt, ich muss nicht auf die weiterspringtaste drücken.
bei dieser musik macht sogar öde hausarbeit wieder spaß.

isabel

Re: musik. Fundstücke TV/Netz/CDs/Presse

Jop! kann ich nur bestätigen, die Scheibe läuft hier seit Monaten im Wechsler und ich bin ihr immer noch nicht leid. TOP!

Re: musik. Fundstücke TV/Netz/CDs/Presse

diese scheibe hat bei mir soviel energie ausglöst, dass ich eben mit meiner nachbarin unglaubliches vereinbart habe. frau (isabel) besorgt sich irgendwie ein klavier. ich weiß zwar noch nicht wie , aber vielleicht habe ich ja mal glück und gewinne im lotte. (dafür muss ich erst mal lotto spielen, sonst wird das nichts) und sie gibt mit kostenlos, was ich nie in anspruch nehmen werde, unterricht.
wir haben auf bongos getrommelt und das sogar nach noten. ein wenig ist doch auf meiner festplatte hängen geblieben. das war richtig schön. beide nachbarn sind musiker und ernie ihr mann, ist ein super pianist.

wer ein klavier zu verschenken hat oder für kleines geld abzugeben, bitte bei mir melden.

isabel

Re: musik. Fundstücke TV/Netz/CDs/Presse

zaz ist am 21.08. 2011 in der zitadelle berlin (spandau). die karten kosten 32 euro. es ist ein sonntag und somit muss frau nicht den dienstplan umwerfen, ich habe nämlich frei. ich hoffe es gibt noch karten. unbedingt möchte ich sie sehen und hören.

isabel

Re: musik. Fundstücke TV/Netz/CDs/Presse

das ticket kostet nicht 32 euro, sondern 42,50. ich habe so und so uns so an der kasse gestanden. ich war überrascht, weil ich doch eine andere information hatte.
egal, ich habe bezahlt und freue mich unheimlich auf das konzert. ich glaube das wird bezaubernd.

isabel

Re: musik. Fundstücke TV/Netz/CDs/Presse

Na dann wünsch ich dir mal viel Spaß Isabel!


Re: musik. Fundstücke TV/Netz/CDs/Presse

kein wirkliches fundstück, aber mir gefällt zur zeit bosse mit anna loos richtig gut. frankfurt oder, von hier nicht all zu weit entfernt.

die melodie beschwingt. irgendwie ein ohrwurm, aber im positiven sinne. das video dazu hat auch was. auf jeden fall nicht unrealistisch. ja, es berührt mich. vielleicht macht es die natürlichkeit der beiden aus. oft bewegen die kleinen dinge im leben unser herz.

"wartesaal", "die nacht", "yipi" und "weit weg" (akustisch) sind ebenfalls.

isabel

Re: musik. Fundstücke TV/Netz/CDs/Presse

gefällt mir auch sehr gut!

haben ja auch damit den 3. platz bei songcontest gemacht





Re: musik. Fundstücke TV/Netz/CDs/Presse

danke kerstin fürs reinstellen. vielleicht sollte ich mich doch mal anstrengen oder überwinden und endlich lernen, wie ich so was rüberbeamen kann.
hach, wie unbeschwert die beiden miteinander umgehen. das mag ich sehr und ist auch im echten leben möglich. und verkleiden ist auch schön.

meine freundin (mein küken, sie ist doch noch viel jünger als wir) feiert im november ihren 40. geburtstag. ohne motto geht es nicht, die 70iger jahre. also habe ich mir gestern ein hippiekleid in lila mit total vielen bunten blumen bestickt, bestellt. jetzt fehlt nur noch das fette peace-zeichen als kette. als haarschmuck binde ich mir einen blumenkranz. falls ich die richtigen blumen nicht finde, wird ein stirnband um die rübe gebunden. fertig.

als ich jung war, habe ich oft gedacht, was für bescheuerte partys. im fortgeschrittenen alter muss ich sagen, es macht richtig spaß.

isabel

Re: musik. Fundstücke TV/Netz/CDs/Presse

Interview mit Lana Del Rey: Das Mädchen mit den zwei Namen

Ihr „Video Games“ war einer der Hits des vergangenen Jahres, jetzt erscheint mit Born To Die" das Debütalbum von Lana Del Rey. Aber wer genau ist die 25-Jährige? Ein kühl kalkuliertes Kunstprodukt? Ein Mädchen, das den Nerv der Zeit trifft? Ein Treffen bringt nur bedingt Klarheit.

Zunächst ein Geständnis: Wir haben uns geirrt. Als Lana Del Rey vor gut eineinhalb Jahren an einem verregneten Spätsommertag auf der Bühne eines Fernseh­studios in Berlin-Tempelhof die schwedische Rockband Mando Diao bei deren Unplugged-Konzert unterstützte, sahen wir keinen Star. Wir sahen nicht mal die erstaunlich vollen Lippen, über die zuletzt so viel spekuliert wurde. Wir sahen lediglich ein recht hübsches Mädchen, das sich in ihren Stöckelschuhen nicht sehr wohl zu fühlen schien und eine ordentliche Stimme hatte. Wir wunderten uns ein bisschen, was das jetzt sollte, und vergaßen den Gastauftritt noch in der U-Bahn, die uns zurück in die zivilisierten Gebiete Berlins brachte.

Ein knappes Jahr später: Lana Del Rey veröffentlicht ihren Clip zu „Video Games“. Der Mix aus Vintage-Bildern und DIY-Ästhetik, den Del Rey angeblich selbst und nur mit einem iPhone schnitt, ergänzt den leicht......



http://www.musikexpress.de/magazin/features/article132098/interview-mit-lana-del-rey-das-maedchen-mit-den-zwei-namen.html





YouTube-Phänomen, Überraschungspopstar, Lieblingsschmähopfer der Blogosphäre: Lana Del Rey hat schon einiges erlebt, dabei steht sie noch am Anfang ihrer Karriere. Nun erscheint endlich ihr Album "Born To Die".Felix Bayer hat es gehört und muss an David Bowie und David Hasselhoff denken.


Die Geschichte von Lana Del Reys Debütalbum - das gar kein Debütalbum ist, aber dazu später - ist eine Geschichte, die viel darüber erzählt, wie Stars im Internetzeitalter entstehen, und wie sie auch wieder fallen können. Und doch steckt auch eine ganz alte Geschichte darin, eine, die die Pop-Rezeption schon prägte, als Nachrichten noch per Telex übermittelt wurden.

Bis zum Veröffentlichungstag des Albums "Born To Die" hat das vielgelesene US-Blog Hipster Runoff 44 Meldungen über die Sängerin veröffentlicht, in seinem typischen Stil, der halbironisch den Ton der Nutzerkommentare auf Indie-Websites nachahmt und überspitzt. Eine Meldung ist gehässiger als die andere, meistens mit dem Tenor: "Die kann nix, ihre Karriere hat ihr reicher Papi gekauft - aber von der Bettkante schubsen würde ich sie nicht". Das Schmähgewitter fand seinen Höhepunkt in einer, nun ja, Fernsehkritik: "Lana Del Rey EFFING TANKS on SNL. Is her career 'effing over'?"

Woher nur all der Hass? Als Lana Del Rey Mitte Januar bei der US-Comedyshow "Saturday Night Live" (SNL) sang, war es ihr erster großer Fernsehauftritt in ihrem Heimatland. Und danach brach es über sie herein: Blogger, Twitterer, "Entertainment Weekly", sie alle fällten vernichtende Urteile über den Auftritt; die Schauspielerin Juliette Lewis fand, Del Rey habe gesungen wie eine Zwölfjährige in ihrem Kinderzimmer, und der NBC-Nachrichtenmann Brian Williams sprach von "einem der schlechtesten Auftritte in der SNL-Geschichte".

Was war geschehen? Lana Del Rey hatte zwei Songs gesungen, diejenigen, die ihren Ruhm begründeten: "Video Games" und "Blue Jeans". Sie hatte sie nicht übermäßig stimmsicher gesungen, manche Phrasierung ging daneben, tiefe Töne wackelten. Sie klang, als sei sie ziemlich nervös. Sie sah auch so aus. Und dass ihre Bewegungen kaum über ein gelegentliches Halbkreisen zur einen und zur anderen Richtung hinausging, lag wohl nicht nur an ihrem bodenlangen, weißen Kleid. Es war nicht doll. Aber war es wirklich ein Karrierekiller-Desaster?

Backlash wegen einer etwas zugespitzten Legende

Eine Karriere, die ja noch gar nicht so recht begonnen hatte, deren Verlauf aber schon einige dramatische Wendepunkte vorweisen kann. Also noch mal von vorne: Im Sommer 2011 wurde Lana Del Reys selbstproduzierter Clip zu "Video Games", voller nostalgischer Hollywood- und Heimkino-Bilder, in Windeseile hunderttausendfach angeschaut. Das Internet beschleunigt den Aufstieg von Stars, wenn's denn klappt.

Schnell verbreitete sich Lana Del Reys Selbststilisierung als "Gangsta Nancy Sinatra"; wer sie entdeckte, fühlte sich im Sound an die Soundtracks zu David-Lynch-Filmen und im Look an Filmstars der frühen Sechziger erinnert. Eine PR-Biografie verkündete, sie komme aus den Trailerparks von Kleinstadt-Amerika. Es war eine, sagen wir, etwas zugespitzte Legende.

Denn nun begann der erste Backlash, die erste Gegenreaktion auf den vorausgegangenen Hype. Nachdem zunächst vor allem über Lana Del Reys möglicherweise aufgespritzte Lippen spekuliert wurde, kam nun heraus, dass sie eigentlich Lizzy Grant heißt, ihr Daddy ein erfolgreicher Unternehmer im Domain-Namen-Gewerbe ist und die Kleinstadt ihrer Jugend der Skiort Lake Placid ist. Es fand sich ein Album mit netten Folk-Popsongs, das sie als Lizzy Grant veröffentlicht hatte, aber vor der Neuerfindung als Lana Del Rey bei iTunes löschen ließ - natürlich verbreitete es sich über die Filesharing-Wege dennoch. Das Internet vergisst bekanntlich nicht, es entmystifiziert - im guten wie im schlechten Sinne.

Stellen wir uns für einen Moment vor, 1969 hätte es das Internet schon gegeben. Ein junger Mann aus London erscheint auf der Bildfläche mit einem leicht rätselhaften, aber äußerst einnehmenden Song, der ein Überraschungshit wird: "Space Oddity". Wäre damals blitzschnell herausgekommen, dass der Mann gar nicht David Bowie, sondern David Jones heißt? Hätte jeder bald gewusst, dass er in den Jahren zuvor ziemlichen Quatsch wie den "Laughing Gnome" aufgenommen hatte? Wären die Blogs und Foren voller "Fake"-Vorwürfe gewesen? Hätte Bowie eine Chance gehabt, das Weltraum-Thema weiter zu behandeln und sich als Ziggy Stardust endgültig in die Pop-Ikone der Siebziger zu verwandeln?

Kunstfigur aus B-Filmen und Pulp-Romanen

Sich selbst neu zu erfinden gehört im Pop unbedingt dazu, die Liste der Beispiele reicht von Bowie über Madonna bis zu Lady Gaga. Lizzy Grant hat mit Lana Del Rey eine Figur erdacht, die den immer falschen Männern verfällt, was sie weiß, weshalb sie diese Männer hasst, aber nicht gegen ihre Liebe an kann. Das ist ein ziemliches Comic-Abziehbild aus B-Filmen und Pulp-Romanen, aber Pop ist in der Regel auch nicht der Platz für die tiefenpsychologische Durchdringung von Charakteren - eine klare ästhetische Positionierung ist da schon eine Menge wert.

Trotzdem ist genau dieses Geschlechterbild eines der Probleme des nun erschienen Lana-Del-Rey-Albums. Denn in den zwölf (in der Deluxe-Ausgabe der CD 15) Songs tauchen die immergleichen Motive immer wieder auf, zieht die Sängerin das rote Kleid an, zieht sie das rote Kleid aus; "you like the bad girls" ("Video Games"), heißt es über den Mann, oder: "you like your girls insane" ("Born To Die"). Und natürlich zahlreiche Variationen der Zeile aus "Diet Mountain Dew": "You're no good for me/ But baby I want you, I want you". So etwa beim sechsten Lied denkt man: Ist gut jetzt, ich hab's verstanden.

Doch wer der Musik von "Video Games" verfallen war, - diesem atmosphärischen Mischmasch aus unheilvoll klingenden Akkorden, detailgenau phrasiertem Gesang, zurückhaltenden, aber durchschlagenden TripHop-Beats und den immer wieder herausbrechenden, wunderschönen Melodien - der wird auf dem Album "Born To Die" reichlich bedient. Meist bleibt Lana Del Rey dem Balladentrott treu, was die einzelnen Tempoverschärfungen um so reizvoller macht.

Es ist ein gut klingendes Album, gleichermaßen retro wie zeitgemäß, aber es krankt ein wenig daran, dass die Kunstfigur Lana Del Rey vielleicht doch noch ein, zwei Charakterfacetten mehr bräuchte. Aber das kann ja noch kommen; Pop-Inszenierungen können sich wandeln.

Immer Ärger mit der Authentizität

Was nicht das Problem ist, ist das, worüber die Kommentatoren auf den amerikanischen Websites sich beschweren: dass Lana Del Rey nicht authentisch sei. Doch diese Sehnsucht nach dem Authentischen scheint eine spezifische amerikanische zu sein, wo man den Rock ehrlich und handgemacht liebt. Jedenfalls ist dort das Lana-Del-Rey-Album deutlich niedriger in den Amazon-Vorbestellercharts platziert als bei den europäischen Filialen.

Vielleicht ist aber dort auch die zerstörerische Wirkung des hysterischen Negativkommentar-Sturms aus dem Internet stärker, weil das Netz schon fester in den gesellschaftlichen Mainstream-Diskurs integriert ist. Jedenfalls fand der Kritiker der "New York Times", das Album sei "eine Antiklimax". Oder ist doch der "Saturday Night Live"-Auftritt schuld?

In Deutschland war Lana Del Rey im Herbst 2011 bei "Inas Nacht"



und spielte zwei kleine Konzerte - hier wird "Born To Die" aller Voraussicht nach auf Platz eins in die Charts einsteigen, auch die Single "Video Games" war ja bereits nirgendwo sonst ein größerer Hit als bei uns. Wer weiß, wird Lana Del Rey am Ende David Hasselhoff ablösen als den Popstar, der in seiner Heimat verlacht wird, aber big in Germany ist? Wäre kein schlechter Tausch.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,811590,00.html