Okkultismus - Institut - Club der toten Philosophen

Der Tod

Der Tod

Zur Einstimmung auf das Thema ein kleiner Text:

Epikur: Über Tod und Leben

"Gewöhne dich an den Gedanken, daß der Tod uns nichts angeht. Denn alles Gute und Schlimme beruht auf der Wahrnehmung. Der Tod aber ist der Verlust der Wahrnehmung. Darum macht die rechte Einsicht, daß der Tod uns nichts angeht, die Sterblichkeit des Lebens genußreich, indem sie uns nicht eine unbegrenzte Zeit dazugibt, sondern die Sehnsucht nach der Unsterblichkeit wegnimmt. Denn im Leben gibt es für den nichts Schreckliches, der in echter Weise begriffen hat, daß es im Nichtleben nichts Schreckliches gibt. Darum ist jener einfältig, der sagt, er fürchte den Tod nicht, weil er schmerzen wird, wenn er da ist, sondern weil er jetzt schmerzt, wenn man ihn erwartet. Denn was uns nicht belästigt, wenn es wirklich da ist, kann nur einen nichtigen Schmerz bereiten, wenn man es bloß erwartet.
Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr. Er geht also weder die Lebenden an noch die Toten; denn die einen geht er nicht an, und die anderen existieren nicht mehr. Die Menge freilich flieht bald den Tod als das ärgste der Übel, bald sucht sie ihn als Erholung von den Übeln im Leben. Der Weise dagegen lehnt weder das Leben ab noch fürchtet er das Nichtleben. Denn weder belästigt ihn das Leben, noch meint er, das Nichtleben sei ein Übel. Wie er bei der Speise nicht einfach die größte Menge vorzieht, sondern das Wohlschmeckendste, so wird er auch nicht eine möglichst lange, sondern eine möglichst angenehme Zeit zu genießen trachten.
Wer aber dazu mahnt, der Jüngling solle edel leben und der Greis edel sterben, der ist töricht, nicht nur weil das Leben liebenswert ist, sondern auch weil die Sorge für ein edles Leben und diejenige für einen edlen Tod eine und dieselbe ist.
Noch viel schlimmer steht es mit dem, der sagt: ,,Das beste ist, nicht geboren zu sein - wenn man aber geboren ist, so eilig als möglich zu den Toren des Hades zu streben." Wenn er das nämlich aus Überzeugung sagt, warum scheidet er dann nicht aus dem Leben? Dies steht ihm ja frei, wenn er wirklich zu einem festen Entschlusse gekommen ist. Wenn es aber bloßer Spott ist, so ist es ein einfältiger Spott bei Dingen, die Spott nicht vertragen."



Die Annahme dass es "nach" dem Leben "nichts" gäbe ist sinnfrei.
Erstens ist Zeit eine Abstraktion des Verstandes und es gibt keine Beweise dass sie ausserhalb von uns Menschen existiert, zweitens gibt es kein Nichts.

Sicherlich gibt es ein "Anderes"...aber dieses "Andere" wäre genauso Teil des "Ganzen"..denn nur dies existiert....aber.... ALLES existiert, ohne ein entgegengesetztes NICHTS, ...so ist ALLES eigentlich gleichzeitig NICHTS...denn ein ETWAS wird immer nur existent durch einen definierenden GEGENPOL....den gibts es aber nicht...denn alles was ist, ist bereits

Leben und Tod...ein zeitloses Rätsel?

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"Wenn ihr es nicht fühlt, ihr werdets nicht erjagen" Faust I

Re: Der Tod

....der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da....

Das is nicht so *denk* Kurz und knapp gesagt: Jede Geburt ist ein Todesurteil, dessen vollstreckungsdatum nur noch nicht feststeht.
Und in diesem Sinne sterben wir mit jedem Tag unseres Lebens ein wenig mehr, auch wenn wir eigentlich zeitweise aufgehem und aufblühen....


Und zum Nchts und der Welt: Die welt ist also alles und nichts? angeblich gibt es Parallelwelten. viele....Weil jedesmal wenn ich eine entscheidung treffe, habe ich zwei möglichkeiten, die eine die ich wähle, und die andre, die ich nicht wähle, und mit jeder nicht genommenen möglichkeit kommt ne welt dazu. Treffen nun 2 welten aufeinander die verschiedene wege gegangen sind, abba den exakt gleichen stand haben aufeinander, oder 2 exakt entgegengesetzte, ziehen die sich extrem an und es macht ---*plopp*--- wech isse...wenns mal arg kommt is irgendwann alles wech...dann gibs keine welt und kein nichts =D *these innen raum stell*

No Risk, No Pain, No Fun

Re: Der Tod

Epikur versteht den Tod anscheinend als "Nicht-Existenz", denn "solange wir existieren, ist der nicht da". Aber was "er" genau ist lässt er staatsmännisch offen. Was wir wissen ist, dass es einen Augenblick geben wird, in dem der physische Körper jede Aktivität aufgibt und anfängt zu verfaulen und sich letzten Endes in Staub verwandelt.

Wenn du davon ausgehst dass das Leben gleich der Tod ist, der nur lange dauert, wäre Epikurs Satz neuformuliert: "Das was nach dem letzten Atemzug kommt, geht uns nichts an, denn solange wir sterben, ist der nicht da" Womit wir nur das Wort geändert hätten, aber nicht die Tatsache dass wir eine Spanne mit Körper als Mensch existieren und diesen Körper sicher verlieren werden. Die Frage ob "ich" nur Körper ist oder Seele im Körper oder beides oder was ganz anderes, ist damit noch lange nicht geklärt.

Das einzig sichere ist: Alles verändert sich! Kosmisches Gesetz...kann man nicht dran rütteln, nur versuchen mitzufliessen Was sicherlich erschütternd für das Ego scheinen mag, aber die Don Quichottes unter uns wissen ja auch wie es ist gegen das Unabwendbare anzugehen, ohne Chance auf Erfolg.


Die Paralellwelten ham ja auch die gleichen Probleme wie wir hier. Aber genauso existieren sie und sind somit Teil von der absoluten Menge "Alles" oder "Welt". Das es jenseits von "Allem" noch etwas Anderes gibt, ist eine Illusion genährt durch den dialektischen Verstand des Menschen, der ohne ein Oben kein Unten "ertragen" kann. Wenn es also ein Alles gibt, gibt es auch ein Nichts. Aber das ist falsch. Das bedeutet in letzter Konsequenz, dass alles miteinander verbunden ist. Und das bedeutet dass kein Teil verschwinden, sondern sich nur verändern kann...denn in das "Nichts" kann man nicht fallen....weil es nicht existiert

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Re: Der Tod

....was nach dem letzten Atemzug kommt, geht uns nichts an....

Vllt stimmt das ja? Wenn mich was angeht, dann weiß ich drüber Bescheid, oder bekomme Infos darüber. Nur hier gibs halt irgendwie nichts an Informationen.
Und wenns mich nichts angeht brauch man sich ja eigentlich net den Kopf zerbrechen. Oder gibts doch Informationen, nur werden die irgendwie dem großteil der Leute vorenthalten? Oder werden sie einfach nur nich wargenommen?



... ob "ich" nur Körper ist oder Seele im Körper oder beides oder ...

Ich denke es ist beides, körper und geist(seele/hirn), ne symbiose, weil das eine beherrscht das andre, und da andre kann nicht ohne das eine. Weil es heißt ja in einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist. Und jmd dessen Seele/Geist/Hirn n Knacks hat, der verfällt zumeist auch körperlich - es ist also meines erachtens ne klare symbiose zu erkennen

No Risk, No Pain, No Fun

Re: Der Tod

Ja denk ich auch. Im Moment ist klar "ICH" bestehe aus Körper und Geist. Mehr weiss "ich" nicht, weil "ich" nicht mehr wissen kann, als das was jetzt und hier gerade ist.

Aber einen Hinweis darauf, dass es nicht zu Ende sein muß, wenn der materielle Körper dahingammelt, gibt die Erkenntnis der höchst drolligen Nicht-Existenz des Nichts.

Aber was "dann" "ist", weiss man wohl auch erst, wenn mans erfährt. Und ich bezweifle intuitiv, dass dieses "Jenseits" dann für jeden gleich aussieht. Die Welt hier ist ja primär schon für jeden anders, wenn auch diverse Gleichschaltmechanismen versuchen den "Konsum-Herden" eine allgemeingültige objektive Realität vorzugaukeln.

Allein im Glas-halbvoll-halbleer Phänomen ist erkennbar, dass man selbst die Welt auf verschiedene Weisen wahrnehmen kann.

Und wer sagt denn, dass es "anders" wird, wenn der Körper in dieser Dimension stirbt? Ist man nicht dennoch immer irgendwie derselbe, wenn man morgens aus einem Traum erwacht, in dem man gerade gestorben ist?

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"Wenn ihr es nicht fühlt, ihr werdets nicht erjagen" Faust I