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Tokyo Anime & Manga Verbot durchgewunken

Tokyo Anime & Manga Verbot durchgewunken

Tokyos Verbot von Anime, Manga und Games mit "virtuellen Verbrechen" oder mit "wahrscheinlich gefährdendem Inhalt für die gesunde Entwicklung der Jugend" wurde nun verabschiedet, nachdem die DPJ (Demokratische Partei Japan) es unterstützte.

Die DPJ hat zum kritischen Punkt des Gesetzes lediglich einen Absatz hinzufügen lassen, welcher verlangt, dass das Gesetz "vernünftig angewandt werden soll im Sinne der Kunst, sozialen und wissenschaftlichen Themen sowie satirischen Anspielungen". Dies fügt jedoch keine rechtliche Grundlagen hinzu bezüglich der Entscheidungskriterien, nach denen ein Werk als "gefährdend" eingestuft werden kann oder nicht.

Bizarrer ist jedoch, dass aus dem endgültigen Entwurf eine Passage entfernt wurde, die eine Verpflichtung vorsah, dass "jeder Tokyoter Einwohner nicht im Besitz von (fotografischer) Kinderpornografie sein darf", während der Abschnitt über das Verbot des Besitzes von erotischen Manga und Anime (mit expliziter Ausnahme von fotografischem Material!) weiterhin unangetastet blieb. Es ist jetzt eindeutig klar, dass das Gesetz eindeutig und ausschließlich als ein "Anti-Otaku"-Gesetz geplant ist.
Es ist es sehr schwierig, die Reichweite dieses Gesetzes objektiv zu beurteilen - insbesondere bei so vagen und subjektiven Formulierungen wie "wahrscheinlich gefährdender Inhalt für die gesunde Entwicklung der Jugend". Das Gesetz enthält auch "etc." am Ende aller Beispielaufzählungen, wodurch ziemlich unklar ist, ob beispielsweise die "unangemessene Verherrlichung illegaler sexueller Aktivitäten, etc." nur auf virtuelle Sexverbrechen oder auf alle Verbrechen generell anwendbar ist - vermutlich wird die Interpretation am Ende bei den Zensoren und ihrer Auffassung liegen.

Genauso kann die im Verbot erwähnte "Vergewaltigung und andere sexuelle Akte, welche die gesellschaftlichen Normen verletzen" eigentlich nur auf ein Verbot der Darstellung von Homosexualität hindeuten, wenn man bedenkt, wer das Gesetz auf den Weg brachte.

Die generelle Art dieses Gesetzes wird die eines "Amakudari"-Körpers sein (ein tiefgreifendes System aus Sinekuren für pensionierte Bürokraten) welche alle Anime, Manga und Games inspizieren werden. Dabei werden die einen Titel als "gesund" genehmigt und dürfen regulär in Tokyos Geschäften gekauft werden, die anderen wandern in die "Erwachsenen-ecke".

Das Gesetz wird sofortige und direkte Auswirkungen auf den Verkauf von Ecchi Mangas haben wie To Love-Ru, bishoujo-Titeln wie Champion Red und die meisten BL Manga, genauso wie auf alle seinen Manga besonders mit reiferen Themen. Diese werden vom generellen Verkauf ausgeschlossen. Vermutlich werden die meisten Titel dann auch gestrichen, da die meisten passenden Magazine oder Tankobon Verteilungskanäle fehlen werden. Eventuell werden ein paar von ihnen als 18+ Ero-Manga wiedergeboren.

Wie bereits beobachtet haben Verlage bereits mit der Säuberung künftiger Anime, Manga und Games begonnen, damit auch ja keine Inhalte mit dem Gesetz kollidieren werden. Gleichzeitig werden ältere Titel nicht mehr verkauft.

Das Gesetz läutet damit auch das Ende der meisten Late Night Anime in Tokyo ein (und als Folge dessen auch überall sonst). Dieses Verbot geht aus der Verteilungsklausel hervor, wenn man die vage Wortwahl alleine auf die aktuelle Saison bezieht, kollidieren damit die Titel Ore no Imouto, Panty & Stocking, Yosuga, Sora no Otoshimono, Milky Holmes und noch andere mit den vielfältigen Vereinbarungen.

Es gibt auch große Zweifel daran, ob die Comiket unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch stattfinden kann. Wenn nicht, wird ihre Absage oder ihre Abwanderung in eine andere Präfektur sehr wahrscheinlich, obwohl fehlende Großräume und die Infrastruktur dieses Unterfangen erheblich erschweren würden.

Das Gesetz tritt im Juli 2011 in Kraft. Geht man von den derzeitigen Erscheinungsterminen von Magazinen, Tankobon, Anime und Games aus, wird man deren Effekt bedeutend früher zu spüren bekommen. In einem richtigen demokratischen Staat gäbe es auch den nötigen Spielraum, das Gesetz bis dahin zu kippen, aber nach dem, was man bisher beobachten konnte, werden die Verlage nicht den Mum in den Knochen haben, irgendetwas dagegen zu unternehmen.
Quelle

Ich versteh nicht ganz was die damit erreichen wollen...Ich denke unter 18 jährige werden an die Sachen trotzdem noch rankommen->Internet, ältere Freunde usw. :/
Das einzige was mich stört ist dass die ganze Titel einfach streichen wollen...Das mit dem 18+ ist ja (wie oben geschrieben :'D) nicht wirklich ein Problem...
Außerdem viele Animes die nicht gegen dieses neue Gesetz verstoßen würden gibt es ja auch nicht Ô.o....Das Ganze wird wohl viele arbeitslose Magakas geben x'D
Naja aber das ganze entscheidet sich ja erst am Mittwoch...

Tut mir leid falls das Thema hier falsch ist aber ich wusste nicht wo ich das sonst posten soll ^^''

Re: Tokyo Anime & Manga Verbot durchgewunken

ach esta-chan... du bist das also bei aS auch... *husthust*^^

schön das du das thema einbringst, ich habe die ganze zeit gerungen, wie ichs einigermaßen verständlich und ohne zu viel gefühlwallungen schohnend beibringe.. *röchel*

das versaut mir grade gehörig den schönen tag!
grade bei BL sehe ich auch drastische änderungen auf uns zukommen.

die fansubgruppe hat hier mal was übersetzt, was uns einen (katatrophalen) vorgeschmack auf kommendes geben könnte:
http://www.emania.de/?news=2491

uuuhhh, ich glaube mir ergrauen vor schrecken die haare bei den vorahnungen... ich könnte heulen.
ich will nicht nur den vorgetäuschten blümchensex, ich will die ganzen facetten des BL genres! von zucker bis peitsche, verdammt!!



Re: Tokyo Anime & Manga Verbot durchgewunke

Ja :'D

Ich mein wenn die wirklich so weit gehen dann brauch ich mir auch keine Animes und Mangas mehr anzusehen/zulesen :/
Vorallem gerade weil dann 2 meiner lieblings Genres "verboten" wären-> Yaoi und Splatter
Ich denk gerade Yaoi und Ecchi verkauft sich doch verdammt gut...Also warum das ganze verbieten? Die machen damit nichts weiter als Verluste....Ach verdammt Politiker sind doch echt ätzend nur weil denen was nicht gefällt müssen andere drunter leiden >.

Re: Tokyo Anime & Manga Verbot durchgewunken

Das hört sich wirklich furchtbar an.
Wenn dieses Gesetz wirklich, und davon gehe ich nach allem was ich bis jetzt gelesen habe aus, verabschiedet wird, dann können wir uns von so ziemlich allem verabschieden.
Ich glaube nicht, dass wir dann noch in den Genuss des Finder-Animix' kommen werden, geschweige denn, sollte es wirklich irgendwann noch mal Kommen, die Ai no Kusabe OVAs.
Aber nicht nur dass. Mehrteiligen Manga-Bände werden nicht mehr beendet. Was nützt es, wenn ich von meiner Lieblings-Manga-Reihe nur die Hälfte zu stehen habe?
Ich glaube, sollte es wirklich dazu kommen, dass das Gesetz in Kraft tritt, wird sich ein ganzer wirtschftlicher Zweig verabschieden können.

lg fee-chan


Re: Tokyo Anime & Manga Verbot durchgewunken

so, nu hat sich meine panik erstmal beruhigt und ich bemühe mich auf kommendes zu hoffen und einfach zu glauben das es doch nicht so drastisch wird.
ich hoffe es inständig. auch wenn die veröffentlichungen der berichte der BL mangaka einem zunächst den magen umdrehen lässt. bitte lasst es nicht wahr sein.. das die verlage anfangen so zu kuschen und alles zu verbieten.

andere sache:
Zitat:
Premierminister Kan: Anime ist wichtig für die Welt

Japans Premierminister Naoto Kan hat die Verwüstung, die Tokyos Gouverneur Ishihara bei der Tokyo International Anime Fair angerichtet hat, bedauert. Er betonte die Bedeutung, Anime in der Welt zu verbreiten und rief alle Seiten zum Entgegenkommen auf, obwohl sogar Shueisha ankündigte, sämtliche Shonen Jump Anime nicht auf der TAF 2011 zu zeigen.

Der Premierminister machte diese Bemerkungen vor kurzem in einem Eintrag auf seinem offiziellen Blog:

--
"Eine andere Sache ist Japan als Marke. Momentan zeigen sich viele Menschen besorgt darüber, dass die Tokyo International Anime Fair mit der Jugendfürsorge in Verbindung steht.

Kinder gesund zu erziehen ist sehr wichtig. Gleichzeitig jedoch ist es wichtig, japanische Anime in die Welt zu exportieren.

Ich möchte bei den Parteien die Besorgnis erkennen können, dass sie die Tokyo International Anime Fair damit nicht mehr in Tokyo stattfinden lassen können."
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Dieser Kommentar ist ganz offensichtlich als Warnung einerseits an Ishihara (der jegliche Kompromisse mit der Verlagsindustrie abgelehnt hat), nicht seine Position in einer Weise zu missbrauchen, die sowohl Japans "Sanfte Macht" als auch die Ökonomie und Kultur ausrotten würde, andererseits als Ermahnung an die Tokyoter DPJ, ihre Unterstützung für das Gesetz noch einmal zu überdenken - sie hat zwar ihre Unterstützung für das Gesetz zugesagt, jedoch wurde der Gesetzesentwurf noch nicht rechtsgültig unterschrieben.

Dabei dürfte kein Tropfen Liebe zwischen Kan und Ishihara verloren gehen. Kan ist ein linker Demokrat mit einer Abneigung gegenüber Konfrontationen, während Ishihara ein aggressiver Populist im rechten Spektrum der Politik ist - und zwar so sehr, dass er sich gezwungen sah, seine eigene Partei aus senilen altersschwachen Kerlen zu gründen, weil die LDP für seinen Geschmack offensichtlich Ausländer nicht genügend hasst.

Kans Zuspruch ist derzeit unter 20% gefallen, nachdem er sich um die Senkaku Affäre gekümmert hat, und er wird aller Voraussicht nach seine Position nicht mehr lange halten können - daher könnte es passieren, dass ihn keiner beachtet, insbesondere Ishihara, der sogar die Beschuldigung aussprach, dass "viele [Demokraten] von Nicht-Japanern abstammen" würden. Er hat sogar die Bevölkerung aufgefordert, Kan physisch anzugreifen, wenn er bei einer Militärparade vor kurzem nicht stramm stehen würde.

Dass es die voraussichtliche Absage der Tokyo Anime Fair war, die ihm seine Kommentare entlockte, wirkt auf die verspätete Entscheidung der Industrie, sich zu verteidigen, wie eine Rechtfertigung - obwohl bisher noch eine zusätzliche Drohung, die Comiket abzusagen und den niederschmetternden Effekt auf den Handel mit dem Akiba Tourismus zu betonen noch unangetastete Ziele sind.

Die Aussagen kamen fast zeitgleich, als Shueisha der Veranstaltung den totalen Krieg erklärt hatte - ihr CEO kündigte an, dass nicht nur keiner ihrer Manga Titel auftauchen würde. Sie würden auch sämtliche Anime zurückziehen, die auf den Titeln basieren.

Shueisha veröffentlicht den Shonen Jump, welche natürlich die Quelle von One Piece und Naruto ist - neben vielen anderen international renommierten Anime Titeln.

--
Zur Erinnerung: Bisher haben beide großen Parteien der Tokyoter Präfektur-Regierung (nicht Japans Regierung!) ihre Unterstützung zugesagt, das Gesetz am 15.12.2010 offiziell abzusegnen und zu unterzeichnen.ich habe mich im übrigen etwas erkundet, da mir die betreffenden mangaka meiji kanako und takaku shouko auf den ersten blick nichts sagten. nun bin ich klüger. *hehe*

takaku-san muss ich zugeben hat wirklich freizügige, explizite, aber schöne sexszenen. *hihi* hierzulande wäre ihr material eh ab 18 eingestuft. ich weiss nicht wie sich die erreichbarkeit solchen materials bei jugendlichen in japan verhält.

meiji-san hat eine serie laufen die ich unheimlich gerne lese und gierig verfolge. ihre sexszenen sind auch ausführlich, allerdings nicht mit takaku-san vergleichbar. ihre stärke sind ihre charaktäre und drama mit angst, was sie wirklich glaubwürdig zu händeln weiß.
deswegen wäre es mehr als bedauerlich, wenn grade solch großartige künstler in ihrer schaffensphase beeinrächtigt werden.
wer will schon ein zensierte yaoi geschichte lesen? das hat doch dann kaum noch was mit yaoi zu tun und wäre, wie esta-chan sagt, shonen-ai grob genommen.

drücken wir ganz fest die daumen und hoffen inständig das unser hobby, unser hobby bleiben kann und nicht verstümmelt wird.


Re: Tokyo Anime & Manga Verbot durchgewunken

http://www.animenewsnetwork.com/news/2010-12-13/tokyo-youth-ordinance-bill-approved-by-committee D:
War ja eigentlich schon klar dass sich das durchsetzt :/

Naja aber man kann ja noch hoffen dass das alles nicht ganz so schlimm wird wie es sich im Moment noch anhört...
Ich mein Altersbeschränkungen find ich jetzt nicht schlecht, gibts hier in Deutschland ja auch bzw. dass die Mangas eingeschweißt sind und dann ne Altersempfehlung drauf haben
und wenn die jetzt Inzest, Vergewaltigung und Lolis verbieten bin ich damit auch einverstanden, weil das muss ja auch wirklich nicht sein :/


Re: Tokyo Anime & Manga Verbot durchgewunken

ja das hoff ich auch. wobei ich mit inzest jetz keine probleme hab.


Re: Tokyo Anime & Manga Verbot durchgewunken

uff.. harter tobak.

Die Ausasgen von wegen "einschränkung/verbot bestimmter Inhalte" unterstüzte ich, soweit die damit gezeitl auf shota, loli, catbos, rape etc losgehen, weil das meiner meinung nach keineswegs niedlich dargestellt in irgendwelche comics gehört, die jugendliche lesen und auch ein 18jähriger ist sicher noch nicht vollends in der Lage, den ernst der Sachlage bei einem Shota Manga/Anime mit Rape Szenen zu erkennen und sich zu sagen 'Eigentlich is das alles andere als geil, was dem Charakter da passiert'
und das das Fakt ist sehen wir ja an unserer Szene....

Das, was derzeit an Shounen Ai.. wobei wir das streichen könnnen... YAOI auf den Markt kommt, kann ich nur noch den Kopf drüber schütteln. Es ist nur noch wichtig, das gef*t wird, man so viel wie möglich sieht, es richtig zur Sache geht und den Leuten ist es zu anstrengend, eine Story zu verfolgen.

Gutes Beispiel: Demian Syndrom
Vielleicht bin ich in dem Punkt auch etwas voreingenommen, aber ich könnte mir alle Haare einzeln ausreissen, wenn ich höre, was FAns über diese Serie sagen.
Sie sei ihnen zu kompliziert und es würde ja nie so wirklich zur Sache gehen...
Anscheindend fehlt mittlerweile einfach den Leuten das Verständnis dafür, dass es in einem Manga auch tatsächlich um etwas gehen kann xD ich hätte kein Problem damit, wenn wieder Manga mit komplizierter und komplexer Story auf den Markt kommen würden, die damit vielleicht auch ältere Zielgruppen ansprechen würden und dafür sorgen würden, dass bestimmte Subculturen in der Mangaszene sich in Luft auflösen. (Ich spreche von shota)

Aber ganz so interpretiert dieses Gesetz das ganze wohl nicht.. würden ihre Einschränkungen auf so etwas abzielen: ich würds unterzeichnen, aber da sie ja bevorzugen, das gesamte Konzept von BL zu kastrieren... arg.. das riecht für mich nach einer ausgewachsenen Homophobie, mit der die Japaner ja echt missionieren gehen können.

Man hofft doch eigentlich, dass nach den ganzen Veränderungen und Gesetzen, vor allem in Europa und Amerika, auch die Japaner irgendwann mal mitziehen. Es hat sich doch gut was getan in den letzten Jahren, CSD, Adoptions- und Heiratsgesetze etc...

Ganz davon abgesehen, dass ein solches Gesetz gegen Meinungs- und Pressefreiheit wäre und eine doch schon recht alte Diskussion wieder aufrollt, in wie weit man sich künstlerisch frei ausdrücken kann.

Gerade mit einem eigentlich so konservativen Vok wie den Japanern wird man da wohl nie auf einen Punkt kommen, also war es ja nur zu erwarten, dass so ein Gesetz mal kommen würde und wir können von hier aus nicht viel machen, außer hoffen und die Jugend dadrüben haben ja noch weniger Eier in der Hose, um dagegen zu protestieren und auch gute Argumente zu liefern.

Das Gesetz wird mit Sicherheit in voller Härte zuschlagen und wir werden das zu spüren bekommen, also verabschieden wir uns langsam von der BL und Manga Szene, wie wir sie kennen und hoffen darauf, dass das, was danach kommt, falls überhaupt noch was kommt, vielleicht dann doch nicht ganz so schlecht ist, sondern das Yaoi Niveau allgemein vielleicht wieder etwas anhebt.

Ich hätte nichts gegen mehr Story und weniger detaillierte Sexszenen..
Ich kann auf Crimson Spell-Stil verzichten und würde Fake, Bronze und Demian Syndrom-Stile ehrlich gesagt auch mehr gut heißen.

Re: Tokyo Anime & Manga Verbot durchgewunken

er wurde wiedergewählt und hat was wiederliches zu dem erdbeben+tsunami gesagt......