Jugendamtsterror und Familienrechtsverbrechen - Fremdplatzierung in Heimen

Jugendamt Leipzig: 7 Geschwisterkinder

Jugendamt Leipzig: 7 Geschwisterkinder

Die Kinder mit ihrer großen Schwester Nicole (17) und ihren Eltern bei einem Ausflug im vergangenen Sommer

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Jugendamt wollte sie trennen 6 Geschwister flüchten aus Kinderheim
Von ANGELA WITTIG

Sie nahmen einander an die Hand, schauten sich vorsichtig um – dann schlichen sie auf Zehenspitzen durch die große Tür des Kinderheims. Die sechs Geschwister flüchteten – aus Angst, man könnte sie trennen!
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6 Geschwister flüchten aus Kinderheim

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Es ist eine traurige Geschichte, ein bisschen wie im Märchen, doch ein Happy End ist noch nicht in Sicht.

Im März nahm das Leipziger Jugendamt den arbeitslosen Eltern Annett (39, Tierpflegerin) und André P. (41, Maurer) ihre sieben jüngsten Kinder weg: Antonia (7), Maurice (8), die Zwillinge Jeremia und Marco (11), Michelle (12) und Nathalie (13) und Baby Marcel (18 Monate). Mutter Annett: „Bis heute wissen wir nicht, weshalb das Jugendamt so entschieden hat.“

Im Caritas-Kinderheim angekommen, trennten die Pfleger die Kinder zuerst von ihrem jüngsten Bruder Marcel. Die Geschwister glaubten nun, dass sie alle auseinandergerissen werden – und büxten aus!

Nachmittags liefen sie vier Kilometer zur Wohnung ihrer älteren Schwester Nicole (17). Da sie nicht zu Hause war, nahm eine Nachbarin die Kinder aus Mitleid zu sich.

Neun Stunden lang suchte die Polizei die Kinder, ein Hubschrauber stieg auf. Ein Sprecher: „Als die Nachbarin drei Geschwister zur Oma fahren wollte, wurde sie von einer Zivilstreife gestoppt.“

Mutter Annett traurig: „Jetzt sind unsere Kinder auf drei Heime verteilt. Dass ist für sie das Schlimmste!“

Die Anwältin der Familie hat bereits Beschwerde eingelegt, ein Gutachter bescheinigte den Kindern eine normale Entwicklung.

Vielleicht gibt es doch noch ein Happy End für die sechs Geschwister ...
http://www.bild.de/BILD/news/2009/05/30/kinder-fluechten/aus-kinderheim-angst-vorm-jugendamt.html

Re: Jugendamt Leipzig: 7 Geschwisterkinder

Flucht aus Angst vor der Trennung
Von Manfred Schulze, Leipzig
Weil sie voneinander getrennt werden sollten, türmten sechs Geschwister aus einem Leipziger Kinderheim. Die Polizei brachte sie zurück.
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Aus diesem Kinderheim in Leipzig-Grünau türmten die sechs Geschwister am Mittwochnachmiitag. Foto: Weingarten
Ihr jüngster Bruder war plötzlich fort, als die sechs Geschwister am Mittwochnachmittag aus der Schule zurückkamen. Der Kleinste, gerade mal ein Jahr alt, war vom Jugendamt in ein anderes Heim gebracht worden. Das war für die sechs Älteren offenbar das Signal zu türmen. Weil sie nicht auch noch voneinander getrennt werden wollten, verschwanden die fünf Mädchen (7, 8, 11, 12, 13 Jahre) und ein Junge (11) aus dem Kinderheim St. Hilarius, das die Caritas im Leipziger Problemviertel Grünau betreibt.

Vor zwei Monaten waren die Kinder vom Jugendamt aus ihrer Familie geholt und in das Kinderheim gebracht worden, weil die Eltern offenbar nicht in der Lage waren, für sie zu sorgen. Das Jugendamt betreut die Familie schon seit längerer Zeit, doch die Situation hatte sich wohl nicht gebessert. Im März übertrug schließlich ein Gericht der Behörde die Vormundschaft über die sieben Geschwister.

Doch nun sollten die Kinder offenbar in unterschiedlichen Einrichtungen untergebracht werden. Und das war wohl der Grund für ihre Flucht am Mittwoch. Da die sechs weder bei ihren leiblichen Eltern noch in der Umgebung gefunden wurden, erstattete die zuständige Betreuerin des Jugendamtes eine Vermisstenanzeige.

Bei einer Bekannten gefunden

Die Polizei rückte daraufhin am Abend zum Großeinsatz aus. Bereitschaftspolizisten und Zivilfahnder machten sich auf die Suche, auch ein Hubschrauber wurde dabei eingesetzt. Die Polizisten fanden die Kinder schließlich kurz vor Mitternacht bei einer Bekannten ihrer leiblichen Eltern. Gegen die 28-Jährige würden nun strafrechtliche Schritte geprüft, erklärte die Leipziger Polizei gestern. Vier der Kinder seien anschließend wieder ins Heim der Caritas gebracht, zwei in einem anderen Haus untergebracht worden.

Das St. Hilarius-Heim in der Neptunstraße trägt den Namen des Schutzpatrons der schwächlichen Kinder und ist eine geschlossene Anstalt für Problemfälle. Kinder, die hierhin kommen, sind in der Regel per Gerichtsbeschluss ihren Eltern weggenommen worden, weil die Gefahr einer schweren Verwahrlosung drohte.

So war es wohl auch in diesem Fall. Über die Hintergründe wollen sich jedoch weder die Caritas noch das Jugendamt äußern und verweisen auf das Wohl der Kinder. Doch lassen beide Seiten durchblicken, dass es sich hier um ein Drama handelt, dessen erste Akte vor langer Zeit angelegt wurde. „Die Sorgerechtsentziehung mit Heimeinweisung ist immer der letzte Weg, der nur in höchster Not gegangen wird“, sagt Jugendamtssprecherin Brigitte Blattmann. Die Zahl der dramatischen Fälle nehme allerdings drastisch zu. Oft handle es sich um Familien mit sehr vielen Kindern, die bei der Heimeinweisung enorme Defizite haben und verhaltensauffällig sind. Dem Vernehmen nach soll die leibliche Mutter der getürmten Kinder derzeit ihr zehntes Kind erwarten.

Auch dazu, warum die sieben Geschwister überhaupt getrennt werden sollten, sagt das Jugendamt nichts. Ein solcher Vorgang sei jedoch nur unter Mitwirkung und Beratung von mehreren Erziehungsexperten zu treffen, betont die Behördensprecherin. Man sei aber verpflichtet, alles zu tun, damit den Schutzbefohlenen kein weiterer Schaden entsteht. Auch die Caritas reagiert eher genervt auf Anfragen. Es sei aber ausreichend Fachpersonal, auch ein Psychologe, im Haus vorhanden, so der Sprecher.

Immer mehr Problemfälle

Seit Jahren steigt die Zahl der Problemfälle von Minderjährigen deutlich, die ohne Jugendhilfe nicht mehr klarkommen. Mussten 2006 in Leipzig noch 1483 Kinder und Jugendliche in den Beratungsstellen oder auch in Heimen betreut werden, waren es zwei Jahre später schon 1817. Dazu kommen noch zahlreiche private Initiativen wie der Leipziger Verein Straßenkinder, wo allein mehr als 50 Kinder betreut werden, sowie eine unbekannte Dunkelziffer. „Das wird uns allen noch mal richtig auf die Füße knallen“, sagt die Jugendamtssprecherin.
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2169526