Jugendamtsterror und Familienrechtsverbrechen - Kindeswohlgefährdung

Das richtige Gespür für bedrohte Kinder

Das richtige Gespür für bedrohte Kinder

ortenau
Das richtige Gespür für bedrohte Kinder
Jugendsozialarbeiter bildeten sich fort

Ob und wie stark Eltern ein Kind in seiner Entwicklung gefährden, ist für Jugendsozialarbeiter oft schwer zu beurteilen. Ebenso, wie die richtige Gegenmaßnahme aussieht. An die Helfer wandte sich daher ein Seminar in Offenburg zum Thema »Kindeswohlgefährdung«.

autor:

artikel drucken
artikel kommentieren [0]
den Redakteur anschreiben
artikel als pdf

textexpress (artikel weiterleiten)
31.05.2008 - Offenburg (ag). Wie erkenne ich als Sozialarbeiter, dass ein Kind von den Eltern misshandelt, missbraucht oder vernachlässigt wird, und wie greife ich ein? Mitarbeiter der Jugendämter, des Kommunalen Sozialen Dienstes (KSD) im Ortenaukreis sowie privater Jugendhilfe-Einrichtungen ließen sich hierzu am Donnerstag in einem Ganztagsseminar anleiten, das sich mit dem Tatbestand der »Kindeswohlgefährdung« befasste.
527 Hinweise auf gefährdete Kinder gingen 2007 beim KSD ein. Nach genauerer Untersuchung bestätigte sich bei 30 Prozent der Verdacht nicht. In anderen Fällen bestand kein akuter Handlungs-, aber Unterstützungsbedarf, und ein Teil erforderte eine sofortige Heimunterbringung oder andere Schutzmaßnahmen.
Ein breites Spektrum also, das eine treffsichere Abschätzung verlangt. Denn einerseits heißt es bei akuter Gefahr schnell eingreifen, andererseits darf und soll kein Kind ohne triftigen Grund seinen Eltern weggenommen werden – primäres Ziel muss sein, diese selbst zur Erziehung zu befähigen.
Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Jugendhilfe im Ortenaukreis – bestehend aus Landratsamt, Jugendamt, KSD und freien Trägern – klärte deshalb Heinz Kindler die 86 Teilnehmer über Indizien und Maßnahmen auf. Den Fokus seines Referats in der Offenburger Volkshochschule legte der Diplom-Psychologe vom Deutschen Jugendinstitut auf vier Kriterienblöcke.
So gelte es, auf Pflege und Versorgung des Kindes zu achten – etwa auf Gewaltverletzungen, Mangelerscheinungen, Armut oder Sucht der Eltern. Ein weiterer Punkt: Wird das Kind gefördert – oder fehlen so grundlegende Dinge wie Spielzeug? Das Augenmerk müsse beim Familienbesuch auch darauf liegen, ob ein Kind geborgen aufwächst und ob Regeln und Werte vermittelt werden.
Heinz Kindler gab nicht nur detaillierte Tipps zu diesen Themenkomplexen, sondern ließ die Teilnehmer auch in Gruppenarbeit das erworbene Wissen vertiefen. Ratschläge für die langfristige Familienbeobachtung rundeten das Programm ab.
Positive Resonanz
»Die Veranstaltung hat geholfen, eine differenzierte Sicht auf Probleme zu bekommen«, bilanzierte Joachim Binder vom »Häusle am Mühlbach« in Offenburg. »Eine gut strukturierte Hilfe, um nichts zu übersehen und einen Fall richtig einzuschätzen«, fand Annette Sändker-Rousselle vom KSD Offenburg. Die Orientierung an Forschungsergebnissen erleichtere eine korrekte Entscheidung.
Das Seminar sei als Teil einer Fortbildungsreihe vorgesehen, gab Sozialdezernent Georg Benz vom Landratsamt bekannt. »Künftig wollen wir auch stärker mit Schulen, Kindertagesstätten und Kindergärten kooperieren«, sagte Benz, »denn auch hier müssen noch Unsicherheiten des Personals ausgeräumt werden.«
http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1036557.html