Freies Politikforum für Demokraten und Anarchisten - Innenpolitik

Ein wirklich bemerkenswertes Interview

Ein wirklich bemerkenswertes Interview

mit Uwe Klett, dem Bürgermeister von Marzahn-Hellersdorf



nachzulesen unter: http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=55346&IDC=2


ganz besonders nachdenkenswert finde ich nachfolgend zitierte Passagen:

ND: Macht es die Sache für einen PDS-Bürgermeister an der Peripherie leichter, wenn im Zentrum nur Genossen regieren?

Uwe Klett: Im Gegenteil. Früher konnte man hier eine ganz klare politische Haltung gegen einen Berliner Senat definieren, den die Peripherie Berlins nicht besonders interessierte. Das hat sich geändert. Seit 2002 gibt es eine heftige Transformation des politischen Verhältnisses zwischen Bezirk und Land. Anstrengend ist es, weil es beiderseitige Erwartungshaltungen gibt. Mit der früher zu spürenden Ignoranz war gut umzugehen – jetzt geht es ums Aushandeln, und das mussten wir lernen und lernen es immer noch.


ND: Ganz glücklich klingt das nicht.

Uwe Klett: Es gibt eine vernünftige Kommunikation. Aber das ist mir zu wenig. Ich wünschte mir, dass wichtige Persönlichkeiten, die aus unserem Bezirk kommen, sich viel offensiver zu diesem Bezirk bekennen.


ND: Haben Sie’s ne Spur konkreter?

Uwe Klett: Gregor Gysi hat hier sensationell einen Wahlkreis gewonnen. Petra Pau auch. Und Thomas Flierl. Nicht zuletzt wird der Wahlkreis Biesdorf vom PDS-Fraktions- und Landesvorsitzenden Stefan Liebich vertreten. Es wäre doch nichts einzuwenden, sich auf seinen Bezirk stärker einzulassen und Projekte zu unterstützen – wie unseren Versuch, das Freizeitforum Marzahn zu retten. Für solche Dinge müssten sich auch Abgeordnete aus dem Bezirk finden, die sich an die Spitze der Bewegung setzen, um Signale nach außen zu senden.


ND: Sie fühlen sich alleingelassen?

Uwe Klett: Mir geht es darum, diesen Bezirk mit gleichen Chancen gegenüber den anderen elf Bezirken zu platzieren. Das ist aus meiner Sicht noch nicht ausreichend gelungen. Wenn man will, dass die Leute, die hier draußen wohnen, aktiv an Berlin teilnehmen, es mitgestalten, muss man ihnen auch vermitteln, dass sie gewollt und gebraucht sind. Aber selbst Klaus Wowereit scheint ja noch mentale Problemchen mit uns zu haben, wenn er zu dem 25-jährigen Bestehen nicht kommen kann. Ein Zwölftel Berlins feiert, es gibt ein hochpolitisches Fest. Wäre doch ein Zeichen des Regierenden Bürgermeisters aller Berlinerinnen und Berliner, sich diese halbe Stunde nicht entgehen zu lassen.




Hmm, es gibt sicher noch sehr sehr viele Uwe Kletts, insbesondere im Kommunalbereich und an der Basis, diese haben meinen allergrößten Respekt da fühle ich mich als Bürger ernstgenommen und bestens aufgehoben da kann ich Sympathien für die PDS entwickeln und zum überzeugten Wähler werden bei den vom feinfühligen Uwe Klett so milde und äußerst diplomatisch angesprochenen PDS-Politikern (Ausnahme Petra Pau) geht meine Sympathie allerdings eher gen Null

Uwe Klett hat's mutig und glasklar ausgesprochen:
"Wenn man will, dass die Leute [ ... ] aktiv [ ... ] teilnehmen, [ ... ] mitgestalten,
muss man ihnen auch vermitteln, dass sie gewollt und gebraucht sind."

Besser kann man es kaum ausdrücken, was sehr viele potentielle PDS-SympathiesantInnen und WählerInnen vor allem in Berlin und MekPomm zur Zeit umtreibt. Mich übrigens auch allerdings versöhnen mich wieder die vielen namenlosen aber hochengagierten Uwe Kletts, männliche wie weibliche und davon kenne ich einige persönlich männliche wie weibliche

Gruß
bjk
der Betonköpfe ziegenbockscher Mentalität nach Art eines Moderators im politbuero-Forum nicht ausstehen kann

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Macht Stimmzettel zu Denkzetteln!
Bei Unschlüssigkeit nicht das "kleinere Übel" oder gar nicht wählen
sondern ungültig wählen!

Re: Ein wirklich bemerkenswertes Interview

>> "Aber selbst Klaus Wowereit scheint ja noch mentale Problemchen mit uns zu haben, wenn er zu dem 25-jährigen Bestehen nicht kommen kann. Ein Zwölftel Berlins feiert, es gibt ein hochpolitisches Fest. Wäre doch ein Zeichen des Regierenden Bürgermeisters aller Berlinerinnen und Berliner, sich diese halbe Stunde nicht entgehen zu lassen. "

Berlins Oberster Regierender Partymeister






Klaus Wowereit eröffnet die schrille CSD-Parade in Berlin

und gelangt so medienwirksam an die gesamte bundesdeutsche Öffentlichkeit
mit der Eröffnung des 25jährigen Jubiläumsfestes eines Berliner Stadtbezirkes, dazu noch im "Osten", wäre die Medienaufmerksamkeit bestenfalls regional



Blick auf Berlin-Marzahn


bjk
der von 1990 bis 1993 gerne dort gewohnt hat

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