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YES und Charts

YES und Charts

Hallo alle zusammen,
Ich weiß nicht, ob die neulich im RTL gesendete Chart-Show zu den beliebtesten Pop-Gruppen schon irgenwelche Ergebnisse der Abstimmung von "damals" beinhaltete (siehe meinen Beitrag unter http://www.carookee.com/forum/YES-FORUM/1/894355.0.30115.html?p=1 ). Vermutlich nicht. Daß da die Beatles den ersten Platz belegten , verwundert nicht weiter. Daß YES überhaupt nicht in der Liste auftaucht , wundert mich auch nicht, denn es ging wohl um Top-10-Titel und da gab es wohl von YES in Deutschland keinen einzigen. Einzig Jon+Vangelis liegen auf Platz 1484 dieser Liste. Alle Ergebnisse (wen es interessiert) unter http://www.rtl.de/musik/musik_873492.php .
Daran sieht man auch wieder mal, was wir YES-Fans für eine Minderheit sind. Abgesehen von der einfachen Unmöglichkeit dessen, wäre ich wohl kein YES-Fan geworden, wenn YES auf einer der vorderen Plätze von Listen beliebter Pop-Gruppen landen würde.
Martyn

yes ja oui sí igen ano da tak sim kyllä ...

Re: YES und Charts

Hallo Martyn,

das ist ja noch nicht "das Schlimmste"; "das Schlimmste" scheint mir vielmehr, dass der einzige "wirkliche" Nr-1-Hit von "Yes", "Owner of a lonely heart", eigentlich einer ihrer "schwächsten" Titel ist, was allerdings eben nicht gegen Anderson & Co. zu sprechen scheint, sondern gegen den Hochglanz-Mainstream-Plastik-Pop, der über alle Kanäle herein dröhnt; aber erstens war das schon immer so, und zweitens nicht nur in der ("populären") Musik; zu Goethes Zeiten war Goethe (um mal "ganz hoch zu greifen") ziemlich unbekannt, während die damaligen Bestseller-Autoren heute kaum ein Schwanz kennt...

Ich muss allerdings zugeben, dass das meinem melancholisch-depressiv-elitär-geschmäcklerischem Blick (bzw. "Hör") auf die Welt ziemlich entgegen kommt.

Außerdem: wenn man etwa in diesen Konzertvideos sieht, wie da "die Massen kochen" - das "macht es doch", oder? - Sch... auf irgendwelche Rankings; die sind total subjektiv und "Eintagsfliegen haft"!

MfG

Ronald d. a. R.

Re: YES und Charts

Nein, Ronald, da muß ich Dir widersprechen!
"Owner Of A Lonely Heart" gehört zwar nicht zu den "Stärksten" Titeln (um mal solche kernigen, schmissigen Worte zu verwenden); es gibt wesentlich schlechtere. Bloß um ein paar Beispiele zu nennen: Auf der "Open Your Eyes" befinden sich einige solcher "Möhren" oder "Real Love" von der "Talk", aber ich möchte mir da nicht vorgreifen, wenn ich eines Tages auf die Alben zu sprechen komme.
Natürlich ist das Geschmacksache; ich jedenfalls mag die Rabin-Ära mehr, als die mit Billy Sherwood (speziell "Open Your Eyes") Als ich YES im Osten, hier in Dresden 1998 (OYE-Tour) zum ersten Mal überhaupt erleben konnte, hatte ich Angst, daß fast alles Titel dieses Albums gespielt werden würden, da ich mir die CD vorher kaufte. Es kam zum Glück anders. Zwar wurden zwei der Titel gespielt. Dies waren aber wirklich die zwei einzig hörenswerten.
Martyn

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Re: YES und Charts

Hi Martyn,

abgesehen davon, dass „schlecht“ und „gut“ ohnehin wieder sehr relative, subjektive und „abgegriffene“ Kriterien der Wertung sind, streite ich ja gar nicht ab, dass es „noch schlechtere“ Stücke gegeben hat; insbesondere in den Phasen, wo es in der Gruppe wieder kriselte (wozu ich mir nicht verkneifen kann anzumerken, dass das ein „allgemeines Gesetz“ zu sein scheint: in jeder Gruppe, in der die Beziehungen nicht geklärt sind usw., fällt die Leistung ab, unabhängig von „Betätigungsfeld“, Aufgabe usf.), merkt man manchen Titeln förmlich an, dass sie „nur mit halber Kraft gefahren wurden“ oder so.

Rabin hat schon echte Power gemacht, er hat „Yes“ ein bisschen von den filigranen Klanggespinsten weg gebracht (ein Bekannter, der selber Musik macht, hat angemerkt, „Yes“ würde „Kiffermusik“ machen, und ich hätte ihm natürlich erst einmal Eine rein schwenken können, musste dann aber unabhängig davon, dass ich mit Kiffen keinerlei Erfahrungen habe und auch keine zu machen wünsche und beabsichtige, schon zugeben, dass da das berühmte „Körnchen Wahrheit“ drin steckt), und er hat „Yes“ aber auch mehr in die Nähe des Mainstreams, des Verkaufbaren, des Angesagten, des Kaufhausmusikfähigen, des Hitparadentauglichen usw. gebracht.

Die Titel mit/von Rabin sind kraftvoller, dynamischer, „fetziger“ als die meisten „Yes“-Stücke – aber eben auch ohrenfällig simpler. Vielleicht könnte man es so sagen: „Owner of a lonely heart“ hätten auch andere Bands „gebracht“ – etwa „Relayer“ oder die „Tales“-Stücke aber wohl nicht so ohne weiteres (abgesehen allerdings eben von der einzigartigen Stimme Jons, die ihresgleichen wohl nicht findet).

Übrigens „folge“ ich schon seit Anfang des Jahres der Aufforderung, später noch mal zu kommen, hier: www.nfte.org/Trevor.Rabin - allein : es rührt sich nix. Wat’n ditte?

MfG

Ronald d. a. R.

Re: YES und Charts

Hallo Ronald,
im Prinzip meine Zustimmung.
Dein Satz:
Zitat: dichtamrand
Die Titel mit/von Rabin sind kraftvoller, dynamischer, „fetziger“ als die meisten „Yes“-Stücke – aber eben auch ohrenfällig simpler.hat mir zunächst gut gefallen. Aber dann dachte ich: fetziger und ohrenfälliger stimmt auf jeden Fall, aber kraftvoller und dynamischer trifft meiner Meinung nach doch das klassisch "yessige".
"Kiffermusik" stimmt nicht. Darunter stelle ich mir eher diesen Psychedelic-Rock vor.
Martyn

yes ja oui sí igen ano da tak sim kyllä ...

Re: YES und Charts

Hallo,

so was wie "Psychedelic Rock" ist eh' eine künstliche Genrezuweisung oder gar Etikettierung, da hatte wieder der Marketingchef seine geldgeilen Finger drin; ich hab' mir z. B. mal "so zum Dudeln im Hintergrund" ein paar Scheibchen mit dem "Etikett" "Celtic-Rock" geholt, und beim erstem Anhören habe ich gedacht, ich sitze im "Goldenem Löwen" in Hinterkleintupfingen, es ist Sonntag, es riecht nach Kaffee und alle schunkeln mit...

Ich könnte mir aber (im Ernst) sehr gut vorstellen, dass so manches "Yes"-Stück für Musiktherapie sehr geeignet wäre; vor allem, weil die unter anderem diesen "klassischen Spannungsbogen" haben: Einleitung, langsam steigende Spannung, die bis ins Unerträgliche gesteigert und "gehalten" wird, dann eine Art grandiose "Entladung" und schließlich ein beruhigender Ausklang...

In Erwartung an seine Kehle springender Musikwissenschaftler verbleibt

MfG

Ronald .d.a.R.

YES und Charts-die ultimative Erkenntnis...

..kam vorgestern von meinem Sohn (18) . Ich glaube , das drückt am besten aus , was hier so aus allen Höhlen der musikalischen Erkenntnis zum Lichte kommt um am Ende doch nur auszudrücken, das YES- Musik wirklich dauerhaft positiv lebensbeeinflussend sein kann.

Mein Sohn hat also sinngemäß festgestellt , daß er froh ist , daß er Yes und andere ähnliche Musik kennengelernt hat und daß eben das aus den Charts nicht das ist , was wirklich gut ist.

Innerlich sind mir fast die Tränen gekommen, denn das war der Sinn aller Erziehungsmaßnahmen. Ich habe meiner Freude mit einem gut gekühlten hellen Hefeweizen in einem Biergarten an der Elbe versucht angemessen Ausdruck zu verleihen und dieses ganz ausgetrunken, geradeso wie ich es immer mit der Musik von YES gehalten habe.

Weitere Eerziehungstips für 6-18-Jährige gibt`s bei
Greatyes91
Eisenbahn-Reisen-Artrock
www.weltreisender.com

Re: YES und Charts

@ Ronald,
ein genaues Beispiel dieses Bogens liefert "Gates of Delirium" (als ob Du dieses Stück in Hintergedanken hattest, um den "klassischen Spannungsbogen" in Deine Tastatur gedrückt hast). Stücke mit ähnlichem Bogen habe ich in Erinnerung (muß ich mal wieder anhören!): Die Nacht auf dem Kahlen Berg nach Mussorgsky, sowie die "Finlandia" nach Sibelius von der "Stern Combo Meißen". Letzteres durfe (jedenfalls zu DDR-Zeiten) aus Copyright-Gründen nicht auf Platte gepreßt werden.
@greatyes91
Das Thema Jugend hatten wir in etwa auch schon mal. Schau mal unter
http://www.carookee.com/forum/YES-FORUM/1/719797.0.01105.html?p=2
Ansonsten Ich wiederhole mich : Wir müssen uns mal treffen. Hefeweizen ist genau meine Sorte.

Martyn

yes ja oui sí igen ano da tak sim kyllä ...

Re: YES und Charts-die ultimative Erkenntnis...

… kann ich sehr gut nachvollziehen und stimme ich voll zu; damit sollen ja auch eigentlich die Charts nicht „runter gemacht“ werden, die „Eintagsfliegen“ Hits haben ja auch ihren Sinn, unter anderem gehören sie zur eigenen Lebenswelt vor allem von Jugendlichen usw.; außerdem ist es ja auch gut, dass es halt Musik gibt, die man „dudeln lassen“ kann, die eben in Kaufhäusern nieder rieselt usf..; hat auch seinen Sinn und Zweck und Platz…

Ich möchte aber abstreiten, dass ich aus einer „Höhle der musikalischen Erkenntnis“ komme; es ist nur eben leider so, dass man „Yessianer“ nicht so ohne weiteres auf der Straße trifft, wahrscheinlich nicht einmal in Musik-Cafés und dergleichen, und da ich ohnehin depressiv werde, wenn ich nicht täglich wenigstens eine gewisse Menge Text absondere, habe ich mich natürlich mit einer gewissen Gier auf „Gleichempfindende“ allhier gestürzt, um an der „Unterhaltung“ teilzunehmen.

Zu „Erziehung“ fällt mir noch ein, dass ein wirklich kluger Mensch sagte (viele werden ja durch entsprechendes „Marketing“ dazu hoch gelobt), es wäre eigentlich eine Anmaßung, einen anderen Menschen überhaupt zu erziehen… Aber da bin ich sehr vorsichtig; möglicher Weise bin ich nur „ganz tief unten“ neidisch und eifersüchtig, weil ich „eigentlich“ (nach den „geltenden Maßstäben“) auch längst Kinder haben müsste, die jetzt eben „ins Leben treten würden“; ich sehe da nicht so durch.

„Lebens beeinflussend“ war (und ist) diese Musik (incl. der Texte) für mich vor allem, weil sie mir verdeutlicht: „man darf das“, man darf träumen und „spinnen“, es geht, es wird anerkannt, man kann sogar (so man es kann), richtig gute Kunst draus machen usw.

MfG

Ronald d. a. R.
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@carookee.com schrieb am 10.09.04 14:22:20:

..kam vorgestern von meinem Sohn (18) . Ich glaube , das drückt am besten aus , was hier so aus allen Höhlen der musikalischen Erkenntnis zum Lichte kommt um am Ende doch nur auszudrücken, das YES- Musik wirklich dauerhaft positiv lebensbeeinflussend sein kann.

Mein Sohn hat also sinngemäß festgestellt , daß er froh ist , daß er Yes und andere ähnliche Musik kennengelernt hat und daß eben das aus den Charts nicht das ist , was wirklich gut ist.

Innerlich sind mir fast die Tränen gekommen, denn das war der Sinn aller Erziehungsmaßnahmen. Ich habe meiner Freude mit einem gut gekühlten hellen Hefeweizen in einem Biergarten an der Elbe versucht angemessen Ausdruck zu verleihen und dieses ganz ausgetrunken, geradeso wie ich es immer mit der Musik von YES gehalten habe.

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Martyn 14.38 Uhr

@Martyn,

so, jetzt habe ich auch mal dieses Zeichen benutzt; ich habe nämlich gerade festgestellt (ich musste feststellen), dass meine „technischen Fertigkeiten“ halt doch noch, hä-ähm, zu wünschen übrig lassen; da kamen von „greatyes91“ die Texte per Mail und ich habe einfach immer auf den „Antwort“-Button geklickt, und wie sieht das denn jetzt hier aus, Ronald, also weißte: die Sally schimpft bestimmt wieder mit Dir…

Ob Du es glaubst oder nicht: ich habe an „Die Tore der Verzückung“ gedacht, und dann auch noch an „Mind Games“ und/oder „Foot prints“ (weiß ich nicht mehr ganz genau; die Stücke habe ich schon seit Jahren nicht mehr gehört); ich hatte mal die CD, wo das Teil drauf ist; die sind offenbar nur als (Studio-)Bonus-Track auf dem Live-Album zu haben („sinniger Weise“ zieht sich dann dort der „Bonus-Teil“ über ’ne halbe Stunde hin, hihi).

Die „Stern Combo“ waren ja eine der Bands, die versucht haben, „auch dergleichen zu machen“; aber irgendwie wirkt das auf mich steril, „akademisch“, da fehlen sowohl das zum Kringeln Verspielte als auch das rauschhaft Ausufernde, das Einem (mir) auch nach dem -zigstem Mal Hören von „Yes“-Stücken immer wieder die Tore zur Verzückung öffnet; man denkt immer (ich denke immer), jetzt kann doch nicht noch ein Tempi-, Thema- oder Rhythmuswechsel und noch eine Steigerung kommen – die kommen aber…

Und was mir übrigens noch zu DaDaEr-Rock einfällt, ist: Dein edles Profil (kratz, schleim) erinnert mich an Herrn Gundermann; wenn Du den nicht kennst, dann haste aber was verpasst!!! Eine einzigartige Mischung aus „Volksmusik“ (eben nicht im Sinne einschlägiger Masseneinlullungsfernsehveranstaltungen) und Blueskeller-Heros oder weiß der Kuckuck. Und: „von der Geisteshaltung“ her (trotz wahrlich ohrenfälliger musikalischer Unterschiede) schon zu „Yes“ passend…

Was übrigens Sibelius betrifft: das ist (im Ernst!) eine meiner „Lücken“; den will ich mir schon seit mindestens 10 Jahren mal zur Brust nehmen, und was kenne ich nun? - „Valse triste“ – na, toll!

Der Link zu „Jugend“ hier im Forum ist interessant; besser gesagt: das nach Betätigen des Links von mir auf den ersten Blick Wahrgenommene; ich muss da mal bissl schmökern.

Ja, treffen, okay: aber ich komme garantiert in Vilnius an… - Im Ernst: im Augenblick ist bei mir eh’ ’ne Menge im Umbruch, wahrscheinlich auch wohnörtlich usw., aber man ist ja nicht aus der Welt, nicht wahr; auf jeden Fall: dafür!!!!!!! Diesbezüglich wird sich dann meine Sekretärin bei Ihnen melden, Herr M.!

Okay, ich hör’ schon auf, und zwar

MfG

Ronald d. a. R.

PS: „Da unten“ sind ja inzwischen noch mehr Wortmeldungen: „Darth Vader“ (so richtig?) ist der Schwarze von den beiden Fechtern in Deinem Smilie; der Ober-Bösewicht in „Star Trek“: die „fechten“ doch auch mit diesen „Lichtschwertern“ (es darf gelacht werden, aber es weiß ja wohl jeder, was ich meine), und was mir eben aufgefallen ist: eine sehr „poetisch überhöhte Darstellung“ von Vater-Sohn-Problematik, nicht wahr