Freies Politikforum für Demokraten und Anarchisten - Außenpolitik

Die Welt schaut Verbrechern zu - welch widerwärtige Heuchelei sogenannter Demokraten

Re: Die Welt schaut Verbrechern zu - welch widerwärtige Heuchelei sogenannter Demokraten

Zitat: bjk


... habe soeben den obigen Gedankenanstoß von "indy" ins Subforum "Verschiedene politische Themen" als Diskussionsgrundlage hinüberkopiert
... und zwar in den Thread Reizwort Zionismus - was ist darunter zu verstehen
... eine konstruktive Diskussion über dieses hochsensible und explosive Thema könnte sehr spannend werden

bjk


Mensch bleiben muß der Mensch ...
von Tegtmeieroh je. Das dürfte ja dann die längste Diskussion der Geschichte geben.

Re: Re:Die Welt schaut Verbrechern zu - welch widerwärtige Heuchelei sogenannter Demokraten

Was steckt hinter dem Libanonkrieg?

Georg Meggle 08.08.2006
Ein Versuch, den Libanon-Krieg rational zu erklären
Was steckt hinter dem neuen Libanonkrieg? Was sind die wirklichen Kriegsgründe? Was die finalen Kriegsziele? Die bisherigen offiziellen Erklärungen taugen nicht viel. Eine bessere Erklärung betrachtet diesen Krieg im größeren Kontext:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23286/1.html

Re: Die Welt schaut Verbrechern zu - welch widerwärtige Heuchelei sogenannter Demokraten

Ich hab mit Freude eure Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse im "ewigen Krieg in Nahost" gelesen und bin wirklich beeindruckt, matrix555 und bjk haben eine tolle Arbeit geleistet, so detailiert hab ich noch nichts in dieser Art gelesen.....weiter so....oder sollte ich vielleicht besser sagen....lieber nicht weiter so (in der vergeblichen Hoffnung das es nicht notwendig sein wird).

Grüße aus Toronto

Re: Die Welt schaut Verbrechern zu - welch widerwärtige Heuchelei sogenannter Demokraten

Das freut mich zu hören. Ich brauche aber mal 1-2 Tage Pause. Mir raucht der Kopf von der Informationsflut.

Re: Die Welt schaut Verbrechern zu - welch widerwärtige Heuchelei sogenannter Demokraten

Schau an, bis nach Toronto...
Stimmt, ihr habt euch wirklich viel Mühe gemacht, und mit manchen stur-starren "Zeitgenossen und -innen" kann es manchmal sehr anstrengend sein...

Re: Die Welt schaut Verbrechern zu - welch widerwärtige Heuchelei sogenannter Demokraten

Zitat: zystein
Schau an, bis nach Toronto...
Stimmt, ihr habt euch wirklich viel Mühe gemacht, und mit manchen stur-starren "Zeitgenossen und -innen" kann es manchmal sehr anstrengend sein...Naja wollen wir es nicht übertreiben, ich bin ein Austauschstudent aus Berlin....
Da ich am Nahostkonflikt sehr interessiert bin (liegt vermutlich daran das ich viele Verwandte im Libanon und in Syrien habe) und außerdem eine linksextreme Einstellung habe denke ich schon das ich bessere Infos brauche als mit CNN und FoxChannel mir das bieten können.

Gruß aus Toronto

Re: Die Welt schaut Verbrechern zu - welch widerwärtige Heuchelei sogenannter Demokraten

Hmmm...
Linksextrem sagst du? In welche fremd-wort-geschöpfte Schublade lässt du dich denn da packen? -
Ich würde mich jedenfalls nicht so bezeichnen. Für mich klingt das ebenso nichtssagend und wie diffamierend. Denn selbst gibt man sich doch nicht solch ein Attribut für eigene Interessenlage und Meinung. Glaube kaum, dass sich hier sonst jemand selbst so "bezichtigen" würde.
Ich verstehe mich als "kritisch". Ist "kritisch" aus deinem Blickwinkel dann schon "linksextrem"?
...
Zitat:
Der Extremismusbegriff ist wie seine behördliche Definition in der Politologie umstritten. Er bezieht sich auf eine nicht näher definierte „Mitte“ der Gesellschaft oder des politischen Spektrums und enthält eine negative Wertung: Er stellt das „Extreme" dem „Normalen" gegenüber und schirmt so die „Normalität" tendenziell gegen Kritik von „außen" ab, die an sich vielleicht notwendig und zulässig ist. Auch fasst der Extremismusbegriff Sozialismus, Kommunismus, Syndikalismus oder Anarchismus unter einen gemeinsamen Oberbegriff, der die Unterschiede und Gegensätze, die in den politischen Theorien ausdrücklich formuliert sind, nicht berücksichtigt.http://de.wikipedia.org/wiki/Linksextrem
Wie du siehst, gehen auch die wiki-Autoren davon aus, dass dieser Begriff so eigentlich nur vom Verfassungsschutz/"Extremismusforschung" benutzt wird. Will sagen, wenn du es kritisch siehst, ist der Begriff selbst schon ideologieverdächtig - nein, nicht verdächtig, er IST Ideologie.
...

(Kannst du etwas über die Joblage in Kanada sagen?- Erbitte PN, da hier vom Thema abführend, Gruss nach Toronto)

Re: Die Welt schaut Verbrechern zu - welch widerwärtige Heuchelei sogenannter Demokraten

Zitat: zystein
Hmmm...
Linksextrem sagst du? In welche fremd-wort-geschöpfte Schublade lässt du dich denn da packen? -
Ich würde mich jedenfalls nicht so bezeichnen. Für mich klingt das ebenso nichtssagend und wie diffamierend. Denn selbst gibt man sich doch nicht solch ein Attribut für eigene Interessenlage und Meinung. Glaube kaum, dass sich hier sonst jemand selbst so "bezichtigen" würde.
Ich verstehe mich als "kritisch". Ist "kritisch" aus deinem Blickwinkel dann schon "linksextrem"?Ja, klingt ein wegig provozierend.......aber Worte und ihre Bedeutung sind lebendig. Wenn du ein Wort nur negativ besetzt dann musst du dich nicht wundern wenn es andere auch negativ benutzen....ich versuche dem Wort "linksextrem" eine positive Bedeutung zu geben indem ich es auf mich anwende.
Ich glaube aber nicht das der Begriff "Kritisch" bereits linksextrem ist....ich würd sagen "Kritisch" ist "Kritisch"


Zum Thema:
Anscheinend wird der Krieg im Libanon selbst manchen "Befürworter-Gruppen" zuviel:
http://www.jungewelt.de/2006/08-09/044.php

Hoffen wir das es noch mehr werden.....der Wiederstand muss von innen kommen....dann bringt er am meisten.

Re: Die Welt schaut Verbrechern zu - welch widerwärtige Heuchelei sogenannter Demokraten

Ja, Verleger bekam einen Maulkorb. Diesbezüglich hatte ich weiter oben auf Stephan Kramers Stellungnahme gegeüber der SZ hingewiesen. (Artikel etwas ausfühlicher)

Stephan Kramer, Vorsitzender des Zentralrats der Olmerts in Deutschland, verpasst seinen kritischen Glaubensgenossen einen Maulkorb. Und das geht so:

Zitat:
Kritik an Israel
"Zehn Libanesen für einen toten Israeli"

Erstmals übt ein Landesvorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland Kritik an den Angriffen Israels auf den Libanon. Dafür erntet er heftigen Widerstand.
Von Christopher Stolzenberg

"Israel läuft in eine Sackgasse und das Judentum wird dahin mitgezogen", sagt Rolf Verleger, Vorsitzender des Jüdischen Gemeinschaft in Schleswig-Holstein, sueddeutsche.de. Der Lübecker Professor für Neurophysiologie ist bislang das einzige Mitglied des Direktoriums des Zentralrats der Juden, das öffentlich die solidarische Haltung des Verbandes mit dem militärischen Vorgehen Israels in Nahost kritisiert.

Die Meinung des Landesvorsitzenden sei ein "Nachplappern von anti-israelischen und antisemitischen Klischees und Stereotypen", sagt der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer. In der jüdischen Gemeinschaft gelte zwar Meinungsfreiheit, was aber voraussetze, "dass man diese auch intelligent nutzt", so Kramer gegenüber sueddeutsche.de. Verleger ließe aber sachliche Argumente vermissen.

"Der Zentralrat bleibt bei seiner solidarischen Haltung zu Israel und den Menschen dort", sagt der Generalsekretär. Die notwendige Kritik an der Regierung Olmert sei bereits geäußert worden. Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats, habe die Äußerungen in ihrer Antwort an den Lübecker Professor "in aller Schärfe zurückgewiesen".

"Ein Gegengewicht zum Zentralrat setzen"

Seinem Unmut machte der umstrittene Landesvorsitzende in einem Brief Luft, der sueddeutsche.de vorliegt, an die Präsidentin des Zentralrats der Juden und andere Direktoriumsmitglieder. Darin schreibt er, der jüdische Staat bestrafe andere Menschen in Kollektivverantwortung, praktiziere Tötungen ohne Gerichtsverfahren und lasse ganze Stadtviertel in Schutt und Asche legen.http://www.sueddeutsche.de/,tt1l2/deutschland/artikel/343/82261/

Re: Re:Die Welt schaut Verbrechern zu - welch widerwärtige Heuchelei sogenannter Demokraten

Heute per E-Mail zur Weiterleitung bekommen:
Wir wissen leider heute, das weder die israelische Regierung, noch die USA und UK, noch die Bundesregierung ein Interesse an Frieden haben, sondern aus geopolitischen Gründen und wirtschaftlichen Belangen der Waffenlieferungen an Konfliktparteien bereit sind zivile Opfer und Menschenrechtsverbrechen an der Zivilbevölkerung, Kriegs- sowie Umweltverbrechen zu decken und zu unterstützen. Die verantwortlichen Regierungen und ihre Hintermänner werden vor dem internationalen Gerichtshof für Menschenrechte in Den Haag angeklagt werden. Dies wird mit Unterstützung auch der Verfasser dieses Aufrufes ein Gewicht bekommen, dass die Untragbarkeit der o.g. Regierungen für ihre Bevölkerungen und dem friedlichen Zusammenleben der Nationen unterstreichen wird.


European Jews for a Just Peace is a network consisting of groups from the following countries:
Austria, Belgium, Denmark, France, Germany, Italy, Netherlands, Sweden, Switzerland, United Kingdom
www.juedische-stimme.de c/o Intern. Liga f. Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin www.ejjp.org
Jüdische Stimme für
gerechten Frieden in Nahost
European Jews
for a Just Peace (EJJP)
Wider die Kriegshandlungen Israels im Gazastreifen und in Libanon
Stellungnahme zur Presseerklärung des Zentralrats der Juden in Deutschland
Ungeachtet der Frage, ob die Entführung israelischer Soldaten oder das Abfeuern von Quassamraketen auf israelische Ortschaften
angesichts der Absperrung und Besatzung des Gazastreifens durch Israel legitim sind oder nicht und jenseits einer Klärung der
Schuld an der gegenwärtigen Situation, nimmt die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost zu den gegenwärtigen Vorgängen
im Gazastreifen und in Libanon wie folgt Stellung: Die Angriffe der israelischen Armee gegen die Zivilbevölkerung, die
Zerstörung von Elektrizitätswerken, Flughäfen, Brücken, Straßen und anderen Einrichtungen der lebensnotwendigen Infrastruktur
sind unverhältnismäßig und inakzeptabel. Ohne die Intervention der Regierungen der internationalen Völkergemeinschaft
drohen die gegenwärtigen Kriegshandlungen Israels zu einem Flächenbrand zu eskalieren, der die gesamte Region erfassen
könnte. Noch ist es möglich, umzukehren. Noch kann ein Weg zu einem dauerhaften Frieden eröffnet werden.
Die Geschichte Israels und Palästinas belegt seit 1948 unmissverständlich: Ein dauerhafter Frieden kann durch Krieg und
Zerstörung nicht erzielt werden. Jeder Waffengang brachte bisher nur Blutvergießen sowie den Verlust bitter benötigter
Ressourcen. Das Ergebnis: Leid und Hass auf beiden Seiten.
Es ist an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft, allen voran die EU-Regierungen und die USA, sich besinnen und, ehe es
zu spät ist, die israelische Regierung zwingen, von einem Kriegspfad abzukehren, der schon jetzt außer Kontrolle geraten ist.
Es ist an der Zeit, dass die Vereinten Nationen - anstelle bloßer Lippenbekenntnisse - endlich Schritte einleiten, die geeignet sind,
das Leben und Überleben von Millionen Menschen in der Region wirksam zu schützen.
Es ist an der Zeit, dass die Regierungen Europas alle politischen und wirtschaftlichen Mittel, einschließlich Sanktionen einleiten,
um die israelische Regierung zu Verhandlungen mit der gewählten Regierung der Palästinenser zu bewegen.
Es ist an der Zeit, dass die Regierung der Bundesrepublik Deutschland, die vorgibt, aus historischen Gründen eine besondere
Verantwortung für die sechs Millionen in Israel lebenden Juden wahrnehmen zu wollen, konstruktive Beiträge zum jeweiligen Schutz
sowohl der israelischen als auch der palästinensischen Bevölkerung einleitet. Die stattdessen praktizierte Waffenbruderschaft mit
der israelischen Armee, die Lieferung von Waffen zu Test- und Einsatzzwecken schürt das Feuer. Sie verstößt zudem gegen die
Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland, die Waffenlieferungen in Kriegsgebiete aus eben diesem Grund strikt untersagt.
Wir kritisieren den Zentralrat der Juden in Deutschland, der in einer am 14. Juli verbreiteten und vor allem an den Außenminister
gerichteten Erklärung, die „einseitige Kritik an Israel scharf zurückweist“. In dieser Erklärung wird die Politik der israelischen Regierung
blind unterstützt. Das halten wir für verantwortungslos. Der Zentralrat kann in dieser Frage nicht im Namen aller in Deutschland
lebenden Juden sprechen.
Wir kritisieren den stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, der der Bundesentwicklungsministerin
Heidemarie Wieczorek-Zeul(SPD) angesichts ihrer Einlassung im Berliner Tagesspiegel vom 16. Juli «antiisraelische
Reflexe“ vorgeworfen hat. Wer wie Herr Graumann indirekt sogar den Rücktritt einer Politikern fordert, hätte die Pflicht, die
Bevölkerung darüber aufzuklären, dass die von ihr geäußerte Kritik und Besorgnis ausdrücklich beide Seiten in den Blick nimmt, die
israelische und die palästinensische. Anderenfalls macht er sich schuldig, bloße Propaganda zu betreiben.
Eine Beilegung der Feindseligkeiten, die zur aktuellen Eskalation geführt haben sowie eine vertragliche Übereinkunft zu eine dauerhaft
tragfähige Lösung hängen maßgeblich davon ab, dass die Regierung Israels ihre Weigerung aufgibt, mit der gewählten Regierung
Palästinas zu verhandeln. Der Hauptdruck der internationalen Gemeinschaft muss daher gegen Israels Politik gerichtet sein,
die unter Missachtung einschlägiger Bestimmungen des internationalen Rechts allein auf militärische Gewalt setzt.
Der Aufbau der Vereinten Nationen nach der Niederschlagung der Naziherrschaft im Jahre 1945, die Verkündung der UN-Charta
und das Regelwerk des Internationalen Rechts hatten von Anbeginn einen einzigen Zweck: Zu verhindern, dass ein Volk sich über
ein anderes erhebt, es geringschätzig behandelt, unterdrückt oder terrorisiert und sicher zu stellen, dass ein einzelner Staat die
Territorialgrenzen des ihm zugeschriebenen Geltungsbereichs nicht eigenmächtig überschreiten oder gar einen Krieg gegen einen
anderen Staat entfachen darf. Diese wichtigsten Errungenschaften der Menschheit werden nicht nur gefährdet, sondern regelrecht
preisgegeben, wenn die internationale Gemeinschaft nicht umgehend einen Weg findet, Israel dazu zu bringen, alle bereits verabschiedeten
UN-Resolutionen anzuerkennen, sich auf Verhandlungen mit der gewählten Regierung Palästinas einzulassen und auf
einen Vertrag hinzuwirken, der die friedliche Koexistenz mit einem künftig an der Grenze Israels von 1967 zu errichtenden Staat
Palästina sowie mit allen anderen Anrainerstaaten garantiert.
Die Jüdische Stimme, ist die deutsche Sektion der in zehn Nationen wirkenden European Jews for a Just Peace und versteht
sich als Teil der internationalen Solidaritätsbewegung, die Palästina in seinem Kampf für Selbstbestimmung und die
Widerstands- und Friedensbewegung in Israel unterstützt.
Wir sind hier und anderswo immer noch zu wenige.
Bitte verbreiten Sie diesen Aufruf. Bitte helfen Sie mit, einen Flächenbrand in Nahost abzuwenden. Noch ist Zeit.
Berlin, 17. Juli 2006